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“Hinter den Kulissen der Kartoffel” – des Deutschen liebstes Kind und wofür wir im Ausland als Kartoffelfresser verschrien sind……..

Einst reiste sie aus fernen Ländern an, die Russen machen Wodka aus ihr, die Amerikaner Chips, die Holländer Pommesfrites, bei den Deutschen landet sie fast jeden Tag auf dem Tisch. Was ist dran, an der runzligen Knolle, die in der dunklen Erde wächst? Auch wenn die spanischen Kolonisten die sagenhaften Goldschätze der Inkas raubten, blieb das wahre Gold der Inkas lange in ihren Händen, die Kartoffel. Als dann die Seefahrer sie im 16. Jahrhundert nach Europa brachten, wurde sie zunächst als Zierpflanze bestaunt und galt nur in Fürstenhäusern und Adelskreisen als besondere Delikatesse.


Text + Fotos: Gudrun Steinmill-Hommel

In Deutschland war es der Preußenkönig Friedrich der Große, der, der tollen Knolle zum Durchbruch verhalf. Per Erlaß brachte er die Bauern dazu, die ungewohnte runzlige Knolle anzubauen und damit nahm die Kartoffel-Geschichte ihren Lauf. Selten hat ein Nahrungsmittel unsere Essgewohnheiten so stark beeinflußt, wie die Kartoffel. Wer sich heute gesund ernähren möchte, sollte auf keinen Fall darauf verzichten. Sogar Johann Wolfgang von Goethe dichtete: “Morgens rund, mittags gestampfte, abends in Scheiben, dabei soll`s bleiben, das ist gesund”. Was die bunte Erdfrucht so alles unter ihrer Schale hervorzaubert, ist erstaunlich. Und dabei haben 100 g Kartoffeln ca. nur 70 Kalorien, damit ist sie der Schlankmacher schlechthin.

Das Nachtschattengewächs wächst unter der Erde. Über der Erde ist eine ca. 1 Meter hohe, grüne, puschelige Pflanze mit gefiederten Blättern und mit weißen, rosa oder lila Blüten. Geblüht wird von Juni bis August, Erntezeit ist von August bis September. Weiterhin ist es wichtig, die Kartoffeln unter einen Erdhügel von ca. 154 cm Höhe zu pflanzen. Nach 110 bis 120 Tagen haben die beliebten Knollen ihre optimale Größe erreicht. Die Kartoffel besteht zu rund 80% aus Wasser und aus geballter Energie. Die Kohlenhydrate sind schnelle Energielieferanten. Die Ballaststoffe brauchen wir für ein gut funktionierendes Verdauungssystem. Das Kartoffel-Eiweiß ist von der Menge zwar gering, aber vom biologischen Wert her das beste. Es enthält Aminosäuren, die für unseren Organismus lebenswichtig sind.

Die Kartoffel ist nicht nur ein kalorienarmes Kraftpaket, sondern auch ein Vitamin-Spender. Besonders Vitamin C ist reichlich vorhanden, zuständig für die Abwehr von Infekten, sowie für die Steigerung der Konzentration und Leistung. Daneben spielen die Vitamine B 1, B 2 und B 6 eine wichtige Rolle, sie haben die Aufgabe für starke Nerven, gute Sehkraft, feste Fingernägel, gesunde Haut und ein kräftiges Herz u.v.m. zu sorgen. Kartoffeln sind ein sehr guter Vitamin B1 Lieferant, das ist sehr interessant, weil die Bevölkerung im allgemeinen nicht ausreichend mit dem Vitamin B 1 versorgt ist. Schon eine halbe Kartoffel deckt 45 % vom Vitamin C Bedarf des Tages und 21 % des Kaliumbedarfs eines Menschen. Neben Kalzium und Vitamin C enthalten sie viel Magnesium und Phosphor. Selbst die Schale der Kartoffel ist sehr nahrhaft, denn auch sie enthält wichtige Nährstoffe. Eisen, Kalziun, Zink, Posphor und Vitamin B. Aus diesem Grund sollte man sich gut überlegen, ob man vielleicht die Schale gleich mit verspeist.

Falschen Gerüchten zufolge wurde die Kartoffel als fetthaltiges Nahrungsmittel eingestuft. Natürlich kommt es auf die richtige und fettarme Zubereitungan, und die beginnt beim Kochen. Die wertvollste Behandlung erhält sie, wenn die Kartoffeln mit Schale in wenig Wasser gekocht werden oder erst kurz vor dem Kochen geschält werden. Stundenlanges Warmhalten oder Wässern entziehen ihr schnell die kostbaren Wirkstoffe. Die Mineralstoffe und Vitamine werden zum Teil ins Kochwasser abgeben und gehen somit verloren. Liegen die Kartoffeln zu lange an der frischen Luft herum, verflüchtigt sich das wertvolle Vitamin C. Im Übrigen ist der Eiweißgehalt eines Kartoffelgerichts mit Milch oder Ei, hochwertiger als der Eiweißgehalt eines Schnitzels.

Der Kartoffelkonsum kennt keine Grenzen und so werden aus ihr die unterschiedlichsten Köstlichkeiten zubereitet. Neben Chips zum Knabbern behaupten sich Kartoffelpuffer, Knödel oder Gnocchis. Klöße, Kroketten, Röstis schließen sich dem Kartoffelreigen an. Die Vielzahl der Erscheinungsformen ergänzen Kartoffelmus, Suppe oder Gratin.

Schon Mitte des 18. Jahrhunderts war die Erdfrucht, in den adligen Kreisen Frankreichs, ein Star. “Pomme de terre chateau” auch Schloßkartoffeln genannt, es sind sehr kleine geschabte Salatkartoffeln, in geklärter Butter gebraten. “Pommes de terre a la duchesse”, die berühmten Herzoginkartoffeln zergehen als überbackene gespritze Kartoffelpüree-Tupfen, nicht nur auf königliche Gaumen, Dank des niedrigen Preises, auch auf bürgerliche Zungen. Die Wiege der Kartoffel steht in den Bergen und Tälern des westlichen und südlichen Teils von Südamerika Schätzungen zufolge kultivierten die Ureinwohner von Peru und Chile in den Anden dieses Gemüse schon vor 8000 Jahren. Vor der Ernte befeiern und begießen die Andenbewohner, noch heute, die Geräte mit Maisschnaps. Die “Königin der Dunkelheit” ist bei den Bergbauern das meist gegessene Nahrungsmittel, dreimal täglich kommen die “Papas” auf den Tisch.

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